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"Aurora: Morlock 1.1 - Unbekannte Gewässer" • Sandra Florean

Aurora: Morlock 1.1 - Unbekannte Gewässer | Sandra Florean | Papierverzierer Verlag |
eBook | 97 Seiten | 2,99 € (D)




Sicherheitschefin Alex Sturm wirft nichts so schnell aus der Bahn. Als sich mysteriöse Ereignisse häufen, zweifelt die selbstsichere Frau allmählich an ihrem Verstand. Erst behauptet ihr Mitarbeiter, von einem geheimnisvollen Seeungeheuer angegriffen worden zu sein, dann erlebt sie ein besonders intensives Déjà-vu, das sich erschreckend real anfühlt.
Spielen ihre Sinne verrückt?
Sie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Ihre Nachforschungen gestalten sich jedoch als unerwartet riskant. Ohne Vorwarnung findet sie sich in der Vergangenheit wieder und muss sich nicht nur ihren tiefsten Ängsten stellen, sondern mit einer Situation fertig werden, die sich jeder Vorstellungskraft entzieht ...



Je länger sie fuhren, umso mehr gingen Alex die Hip Hop-Bässe auf die Nerven.








Bedauerlicherweise muss ich bei diesem Teil des Aurora-Projekts gleich vorweg nehmen, dass mich die Geschichte von Morlock bzw. Alex, wie sie im richtigen Leben heißt, nicht von sich überzeugen konnte.

In die Geschichte selbst bin ich sehr schnell gekommen und hatte keine Probleme der Handlung zu folgen. Sofort fand ich mich an der Seite von Alex wieder, die ihrer Arbeit als Sicherheitschefin nachging und sich gleich zu Beginn einer Gewehrmündung gegenübersieht.

Der Schreibstil war ebenfalls gut verständlich und flüssig. Ich konnte keinerlei grammatikalische Fehler feststellen, was ich wirklich hervorheben möchte, da dies heutzutage bei vielen Büchern nicht der Fall ist. Auch die Darstellung in Form des allwissenden Erzählers hat meiner Meinung nach sehr gut dazu beigetragen, sich in den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten einzufinden und diese nachzuvollziehen. Was mir allerdings so überhaupt nicht gefallen hat, sind die urplötzlichen Handlungswechsel, wenn Alex durch die Zeit gereist ist oder sich an etwas erinnert. Für mich waren die Übergänge von der Gegenwart in die Vergangenheit viel zu plötzlich und haben schlecht an die jeweiligen Stellen gepasst, sodass ich jedes Mal aus dem Lesefluss gekommen bin.

Die Charaktere selbst waren hingegen gut ausgearbeitet. Sandra Florean hat dabei ihr Hauptaugenmerk auf die Hauptprotagonisten Alex gelegt, mit deren Charakter ich sehr sympathisiere. Sie ist eine gestandene Frau, die ehrgeizig ist und sich durch niemanden aus der Ruhe bringen lässt. Die Nebencharaktere sind ausreichend umschrieben worden, ein genaues Bild hatte ich aber nicht von ihnen vor Augen. Was mich sehr gestört hat, ist die Art wie Alex mit ihrer Superkraft umgegangen ist. Anfänglich noch völlig rational gehandelt, macht sie plötzlich eine 180 Grad-Drehung, welche ich nicht passend zu ihrem Charakter fand. Viel zu schnell nimmt sie Dinge hin ohne sie richtig hinterfragt zu haben.


"Also, dann bin ich jetzt der Gebieter der Schachteln oder der Timelord... oder was auch immer?"
Pos. 675, "Aurora: Morlock 1.1 - Unbekannte Gewässer" von Sandra Florean


Den gesamten Verlauf der Geschichte würde ich eher als mittelmäßig bezeichnen. Ich fand ihn schlicht nicht spannend und war ehrlich gesagt an manchen Stellen froh, dass die Geschichte nicht sehr lang ist. Die bereits erwähnten, plötzlich kommenden Zeitwechsel aufgrund der Zeitreisen sowie die vielen verschiedenen Handlungsstränge war ich irgendwann nur noch verwirrt. Für mich ergaben einzelne Geschehnisse keinerlei Sinn mehr und hätten meiner Meinung nach gar nicht in die Geschichte gemusst. Für meinen Geschmack sind einfach zu viele verschiedene Handlungspunkte innerhalb der Geschichte aufgetaucht.

Das Ende der Geschichte konnte das Ruder noch einmal ein wenig herumreißen, denn die letzte Zeitreise von Alex fand ich tatsächlich spannend. Sie wurde durch keine unnötigen Handlungen unterbrochen und es wurde richtig spannend. Auch hier gab es ein paar Geschehnisse und Fähigkeiten, die zunächst seltsam erscheinen, von denen ich aber weiß das sie im nächsten Teil ansatzweise aufgeklärt werden.

Zusammenfassend kann ich für mich sagen, dass die Geschichte okay und aufgrund der Kürze sehr schnell gelesen ist, aber mich nicht wirklich von den Socken hauen konnte. Für mich fehlt ein bisschen der rote Faden und es gab zu viele Handlungsstränge. Alex fand sich für meinen Geschmack viel zu schnell mit den Gegebenheiten ab und die ganze Erzählung war trotz der Gesamtkürze an vielen Stellen ziemlich langatmig und häufig uninteressant - kurz gesagt: leider nicht mein Geschmack. Schön finde ich aber, dass sich bei mir bereits jetzt ein kleiner Verdacht auftut, der das gesamte Aurora-Projekt betrifft und die einzelnen Geschichten.




2 von 5 Diamanten


→ Vielen Dank an dieser Stelle beim Papierverzierer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! ←

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